Covid19-Brevetnotfallsplan Ergänzung – Mail v. 12.04.2020

Liebe Brevetteilnehmer/innen,

normalerweise verbringt man das Osterfest im Kreise der Familie, doch wir werden von der Regierung angehalten, sich von den Liebsten fern zu halten und tunlichst Kontakte zu anderen Personen zu meiden. Auch wenn es schmerzlich ist, die eigenen Kinder und Enkelkinder, aber auch Freunde, nicht sehen zu können/dürfen, glauben bzw hoffen wir, dass diese Maßnahmen richtig sind. Auch wenn zwischenzeitlich immer wieder Zweifel, aus Gründen, die ich jetzt nicht näher erläutern möchte, aufkommen. Wie lange wir mit massiven Einschränkungen in Zusammenhang mit dem Coronavirus noch zu kämpfen haben, ist ungewiss. Dieser Coronavirus wird mit Sicherheit auch in Zukunft dauerhaft vorhanden sein und man wird sich darauf einstellen müssen. Man sagt ja, dass viele Sicherheitsmaßnahmen, insbesondere Reisen ins Ausland, erst aufgehoben werden, wenn ein Impfstoff dagegen entdeckt wird. Allerdings zweifle ich daran, dass wirklich so schnell ein Impfstoff gefunden wird, der eine Infektion mit diesem Virus auf Dauer verhindert.

Tatsache ist, dass in Österreich bis Ende August 2020 jegliche Veranstaltung verboten ist. Daher bin ich veranlasst, alle terminisierten Brevets nicht in gewohnter Form  zu veranstalten. In der Regel werden die Brevet – Termine per 1. Oktober jedes Jahres fixiert und von mir dem Randonneursweltverband gemeldet. Diese Termin sind dann fix und nicht verschiebbar. Doch wir sind im Jahr 2020 in einem Ausnahmezustand, dessen Ausmaß unsere Generation noch nie erleben musste. Ich werde nun flexibel, einen ohnehin bereits bestehenden Brevet Notfallsplan weiter ausfeilen und Euch mitteilen. Ich möchte jetzt, ausgenommen dem 1000 km Brevet keine weiteren Ersatztermine festlegen, da es ja auch nach dem Juni nicht gewiss ist, was erlaubt werden bzw möglich sein wird. Vielleicht können wir dann spontan noch einen zusätzlichen Termin im Sommer organisieren.  

Somit ergänze ich den bestehenden Notfallsplan nachstehend. Natürlich ist dieser Notfallsplan nicht mit allen gesetzlichen Bestimmungen, die ja unterschiedlich von Gebiet zu Gebiet sind und zeitlich auch verändert werden, abgestimmt. Es ist daher jeder selbst verantwortlich Verbote und Gebote einzuhalten. Es verantwortet und entscheidet jeder für sich selbst. Ich appelliere auch daran, in Zeiten wo Daheimbleiben geboten wird, gefahrene Tracks und Vorhaben nicht öffentlich zu posten. Ich werde jetzt auch auf Facebook sämtliche Kommentare die sich auf eine solche Fahrt beziehen löschen.

NOTFALLSPLAN – EINZELFAHRTEN

Es werden sicherlich im Laufe der Monate verschiedentliche Beschränkungen aufgehoben werden und allmählich mehr Bewegungsraum gestattet werden. Es kann aber auch möglich sein, dass eine zweite Welle auf uns zu kommt. Da alles sehr unberechenbar ist, werden wir bis Ende August keinen Brevet mit mehreren Teilnehmern starten und es auf Einzelfahrten beschränken. Bald mal wird es auch erlaubt sein, ungestraft mit einem Fahrzeug zu einem Einstiegpunkt einer Brevetstrecke fahren zu dürfen.

1. Sämtliche auf unserer Homepage terminisierten Brevets, bzw Brevetdistanzen bis Ende Juni dürfen nicht organisiert werden und werden somit ausnahmsweise für Einzelfahrten freigegeben.

2. Berechtigt diese zu fahren sind alle Brevetteilnehmer/innen, die in den letzten 2 Jahren (2018 und 2019) in Österreich bei einem der abgehaltenen Brevets dabei waren, oder 2020 bereits auf einer der Teilnehmerliste aufscheinen.  

3. Wer eine Distanz 200/300/400/600/1000 gefahren ist, schickt mir als Beweis den Track von seiner Fahrt und schreibt mir im Mail seine Bruttozeit dazu. Die Zeit wird nicht veröffentlich, sondern muss ich bei der Eingabe zur Homologisierung der Finisherliste ebenfalls anführen.

4. Die Brevet Soll-Zeiten: 200 km 13,5 Std. – 300 km 20,00 Std, 400 km – 27 Std., 600 km 40 Std, 1000 km 75 Std. 

4a. Die Breveteinzelfahrt ist nicht an die Termine der Starterliste gebunden. Es wird auch empfohlen unter der Woche zu fahren, da ist ev. weniger los.

5. Teilnehmerlisten sollten zeitnahe abgeschlossen werden, weshalb ich einige Brevets terminmäßig in den Sommer verschieben werde. Diese können aber vorher jederzeit absolviert werden. Es ist nicht sinnvoll, wenn dann erst wieder große Personengruppen zum terminisierten Startzeitpunkt unterwegs sind. Ich halte die Starterlisten ca 14 Tage offen und reiche sie dann zur Homologisierung ein. Auf den jeweiligen Startlisten findet ihr den Zeitpunkt bis wann der Brevet absolviert werden kann.

6. In der Regel sollte man sich an den Track der jeweiligen Brevetstrecke halten und der Einstieg ist überall erlaubt. Meine aber, dass es derzeit (Ostern) nicht sinnvoll ist, mit dem Auto zu einer Brevetstrecke zu fahren.

7. Daher die Ausnahme, dass jeder von seinem Wohnort wegfahren sollte und somit die Fahrten zur Brevetstrecke mit einrechnen darf. Somit den Brevet flexibel gestalten.

8. Ich würde auch folgende Ausnahme bei längeren Brevets gestatten bzw Homologisieren. ZB.: 400er Strecke von zu Hause wegfahren, beispielsweise die Strecke in mehrere Runden einteilen, sodass man mehrmals daheim vorbeikommt und hier wieder neu zu verpflegen. Somit würde das Aufsuchen von Supermärkten oder Tankstellen vermieden. Es sollte unterm Strich 400 km und eine Zeit unter 27 Stunden heraus kommen. Diese Taktik kann natürlich auch für andere Brevet Distanzen angewendet werden.

9. Bei der Auswahl der Strecke muss natürlich auf die Höhenmeter bedacht genommen werden. In der Regel sagt man ja pro 100 km 1000 Höhenmeter mit 20 Prozentiger Abweichung. Also sollte der 200er mindestens 1600 Hm haben. Ich werde aber dabei nicht kleinlich sein.

10. Der Unkostenbeitrag beträgt 5,– Euro + ev. Medaille 8,– Euro. Ich werde davon jeweils 3,– Euro der Kinderkrebshilfe (ev. beim Abschlußbrevet 5.9. soferne offiziell durchführbar) übergeben.

 Ja, es ist ein sehr, sehr außergewöhnlicher Notfallsplan, der mit den allgemein gültigen Brevetbestimmungen nicht konform ist. Doch wir erleben eine außergewöhnliche Zeit mit sehr vielen Entbehrungen und Einschränkungen. Daher möchte ich einfach, dass wir unsere Brevets auch im Jahr 2020 leisten, natürlich in der Hoffnung, dass wir uns nächstes Jahr wieder gemeinsam am Startort versammeln und wegfahren dürfen.   

Ich wünsche Euch und der ganzen Familie

ein frohes Osterfest und freue mich auf ein Wiedersehen in besseren Zeiten

Euer 

Ferdinand Jung

liebe Grüße auch von der Brevetmutter Edith.

2 Gedanken zu „Covid19-Brevetnotfallsplan Ergänzung – Mail v. 12.04.2020“

  1. Bravo und danke, Ferdinand! Ich wünschte mir einen ebenso ausgeklügelten wie flexiblen Notfallplan auch für Deutschland. Es scheint, Österreich ist dem übrigen Europa mal wieder ein Stück weit voraus.
    Denjenigen, die sich auf die Strecke eines Behelfs-Brevet begeben, wünsche ich gutes Wetter sowie eine gute unfallfreie Fahrt. Bleibt alle gesund, wir sehen uns sicher bald in Haid/Ansfelden.

    1. Danke für das positive Posting. Ja, man muss in dieser für uns alle schwierigen Zeit auch flexibel sein und unseren geliebten Langstrecken Radsport unterstützen. Dass Einzelfahren, jetzt ist es ja schon erlaubt, dass mehrere miteinander fahren, hat auch besondere Reize. Man kann das Umfeld einfach mal alleine für sich genießen. Ohne dass jemand bei der Labestelle schreit:”Tu weiter, wir warten schon Du Brödler!” In diesem Sinne wünsche ich allen eine gute und unfallfreie Fahrt. Ich habe auch einige Termine nach hinten verschoben, so dass jeder die Möglichkeit hat, den Superrandonneur auch 2020 zu meistern. LG Ferdinand
      Ferdinand

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